Babyn Jar oder Iran

Am 29. und 30. September 1941 ermordeten die Todesschwadronen des nationalsozialistischen Deutschlands in einer grausamen Verbrechensaktion in einer Schlucht namens „Babyn Jar“ innerhalb von nur zwei Tagen 33.771 Menschen. Dieses Ereignis gilt als eines der größten und schnellsten Massaker des vergangenen Jahrhunderts durch Nazi-Deutschland. Doch heute sieht sich die Welt mit einer Realität konfrontiert, die selbst Hitlers dunkle Rekorde übertroffen hat. Das Mullah-Regime im Iran setzte am 8. und 9. Januar unter Einsatz seiner gesamten militärischen Kapazitäten sowie seiner Stellvertreterkräfte wie Hisbollah, Hamas, Zainebiyoun, Fatemiyoun und Hashd al-Shaabi mehr als 40.000 unbewaffnete Demonstrierende auf den Straßen iranischer Städte unter Beschuss. Dies bedeutet das größte organisierte Massaker innerhalb von „zwei Tagen“ in der modernen Weltgeschichte; eine Tragödie, bei der die Tötungsmaschinerie der Islamischen Republik in Tempo und Ausmaß der Verbrechen sogar das Massaker von Babyn Jar übertraf. Unter den Getöteten waren Menschen aller Altersgruppen: Alte und Junge, Frauen und Kinder. Die Menschen im Iran sind fassungslos angesichts dieses Ausmaßes an Grausamkeit. Bei den meisten Beerdigungen der Opfer wird anstelle der Anwesenheit eines Geistlichen, der Rezitation des Korans und religiöser Gebete fröhliche Musik gespielt; die Eltern der Getöteten klatschen und tanzen. Diese epischen Tänze an den Gräbern der Geliebten sind kein Ausdruck von Freude, sondern eine Form des Widerstands. Durch die Entfernung islamischer Rituale aus den Beerdigungen vollziehen die Menschen im Iran in Wahrheit eine große historische Operation. Sie lösen die aufgezwungenen Schichten der Scharia von ihrem Identitätskörper. Die Abwesenheit eines Geistlichen und der Koranrezitation ist ein stilles, aber kraftvolles Referendum auf den Friedhöfen des Iran; eine Botschaft an die Welt: Wir haben unsere Identität von einer Religion zurückgeholt, mit der wir gefoltert wurden. Dies könnte eine Renaissance im Iran und im Nahen Osten sein. Die Menschen im Iran sind zutiefst traurig und wütend, wie ein Feuer unter der Asche; ein Feuer, das dabei ist, jahrtausendealte Ketten zu schmelzen. Mit Musik und Tanz, die in der iranischen Kultur eine starke Rolle spielen, und mit ihrem eigenen Blut schreiben die Menschen im Iran das säkularste Kapitel der Geschichte des Nahen Ostens. Mit dem Zusammenbruch der islamischen Geistlichenherrschaft im Iran könnte der Nahe Osten wieder zur Ruhe kommen, wenn die Weltmächte es wollten, dass die Mullahs abgesetzt werden. B.Blumgarten

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